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 | Anastasia [aaacard@hotmail.com] am 07.05.04 um 12:37 Uhr |
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An die Betreiber:
Die Deutsche Filmakademie hat
kein Net-Forum. Muss sie auch nicht haben. Man kann durch den Film Good Bye Lenin ja
mal ein Forum durch die
Deutsche Filmakademie
veranstalten. In diesem
Forum können dann ausführlich
diese Fragen angesprochen werden, die ich mit Idealismus,
der Vorstellung von Sozialisation, wahrem Idealismus falschem etc.
angesprochen hatte.
Einig ist man sich wahrscheinlich darin, dass
mit dem Film ein falscher
Idealismus (der Funktionäre)
verabschiedet wurde.
Uneinigkeit gibt es in Bezug
auf eine differenzierte Betrachtung der Vorstellung
von Idealismus und Sozialisation. Sozialismus
ist ein negativ besetzter
Begriff und nur eine
Schablone, von der die
wenigsten verstehen, dass
sich hinter ihr Sozialisation
verbirgt. Sozialisation ist
nicht Klassen- oder Systemgebunden, sie ist
ein menschliches Kollektivphänomen, das keine
Grenzen zulässt. Und ich
denke, dass sich der Idealismus
der Mutter im Film an diesem
Kollektivhumanismus ausrichtet
nicht an einem System.
Ich weiß auch nicht, ob
Autoren und Hauptdarstellerin
aneinandervorbeigear beitet haben.
Anastasia
Tel.: 0177-6827616
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 | Anastasia [aaacard@hotmail.com] am 06.05.04 um 10:56 Uhr |
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Anastasia an Bernard
Ich denke, dass meine Antwort enttäuschend für Dich ist, aber ich antworte.
Wenn ich die Rolle der Mutter richtig verstanden habe, dann vertritt sie
keinen unechten, sondern, gegenüber den Funktionären der DDR, einen
echten Idealismus, der nichts mit Illusionismus, sondern mit Realismus
zu tun hat. Ich kenne nicht das Drehbuch und weiß nicht, welchen
Idealismus die Mutter spielen sollte.
In dem Film wird nicht zwischen dem Idealismus der Funktionäre, den die Mutter selbst mit Eingaben angreift, unterschieden und zwischen dem Idealismus, den die Mutter vertritt; ein Idealismus der Humanität und nicht Illusionismus verkörpert und sich am einfachen
Wohl der Menschen orientiert. Die Funktionäre vertreten einen Idealismus,
der sich durch Illusionismus, Entfremdung und Spaltung auszeichnet.
Der Idealismus der Funktionäre wird in einer Symbiose mit dem Idealismus
der Mutter dargestellt. Diese beiden Idealismen werden nicht voneinander geschieden.
So hält man den Idealismus der Mutter für nicht echt. Wahrer Idealismus orientiert
sich an der Idee und am Ideal der Sozialisation. Schrittweise und kritisch die
Gesellschaft verändern heißt, Sozialisation zu verwirklichen. Das wollte die Mutter,
deshalb ist sie wirklich Idealistin.
Ich denke, dass es Leute gegeben hat, die diese Heimat DDR wollten. Meine Oma
gehörte dazu. Aber meine Oma ist nicht Katrin Saß.
Ob ich gerne lache. Ich bringe die Leute gerne zum Lachen, auch wenn ihnen nicht
danach ist.
Anastasia
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 | Bernard an Anastasia am 05.05.04 um 19:44 Uhr |
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Was Du geschrieben hast, ist sicher sehr interessant.
Vielleicht wird es auch ein bisschen hochentwickelt erklärt, aber ich kann Dich verstehen.
Hast Du wirklich einen sozialistischen Idealismus bei der Mutter bemerkt und deswegen die Kritik dieses Idealismus von den Autoren des Films verstanden ?
Ich nicht.
Ich denke, dass die Mutter nur nötig für ihre Mitbürger zu sein versucht und selbstverständlich dazu nötig für ihre Heimat.
Denkst Du manchmal noch, dass die DDR damals die einzige Heimat für Millionen Leute war und nicht Deutchland hiess, sondern die deutsche demokratische Republik ?
Die nach dem zweiten Weltkrieg geborenen Leute haben in Friedenzeiten weniger oder mehr ihre Heimat geliebt, besonders in der DDR, solange es noch angenehme Sache zu trinken, essen, lesen, schauen und gespielt werden gab.
Der absolute der absolute Freiheitswille ist nur erschienen, als das Leben für alle wirklich schwierig geworden ist.
Ich denke, dass es bei Alex Mutter keinen echten Idealismus gibt. Sie lächelt zu viel dafür und darüber.
Sie macht was sie am besten kann und sie lebt damit weiter lächelnd.
Das Leben ist für sie wunderschön. Ihre Kinder sind wunderschön. Wunderschön sind auch ihre Nachbaren und Genossen. Alex Mutter ist eine wunderschöne Frau ohne echten sozialistischen Idealismus. Sie ist eine einfache intelligente Frau, die lächelnd etwas nötig zu tun versucht.
Lächelts und lachst Du auch gern, Anastasia ?
Das Leben ist wunderbar.
Meinst Du nicht ?
Herzliche Grüsse,
Bernard |
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 | Anastasia A. A. [aaacard@hotmail.com] am 05.05.04 um 15:42 Uhr |
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An Katrin Saß, Darsteller und Produzenten:
Der Film Good Bye Lenin
lässt für mich eine Irritation übrig. Dies in Bezug auf
den dort beschriebenen Idealismus der
Hauptdarstellerin Saß.
So wie der Sohn
sagt, ist die Mutter eine Frau, die mit ihrer Kritik die Welt verändern will. Dies
konstruktiv und schrittweise. Das Spiel mit der Lüge durch den Sohn geht, wenn die Mutter konstruktive Kritik am System übt, eigentlich an der
realistischen Haltung der Mutter vorbei. D. h. in makaberer Weise wird
der Idealismus der Mutter völlig falsch verstanden.
Man zwingt der Mutter,
mit der Lüge, einen falschen Idealismus auf, von dem man glaubt, dass die
Mutter ihn will. Nicht der Idealismus bringt die Mutter in den Tod, sondern
ein von der Außenwelt falsch verstandener Idealismus. Es ist zumindest
stark zu bezweifeln, dass der Idealismus der Mutter nicht falsch verstanden
wird. Da ist die Irritation.
Folge dieser Irritation ist, dass der Film einen bitteren Nachgeschmack
hat. Der Film, so wie er ist, ist gut, nur ist unschlüssig, ob das, was man
als irreal verabschieden will, jene Illusion vom Sozialismus, richtig verstanden
wurde. D. h. das Koma und die ständige Krankheit der Mutter bedingen auch ein Abhandensein an Auseinandersetzung mit der Frage nach dem
richtig oder falsch verstandenen Idealismus. Es ist, als würde der darunter
liegende Konflikt erstickt werden. Deshalb der bittere Nachgeschmack.
Die Poente ist unscharf; das innere der Mutter wurde mundtot gemacht.
Aber eine Geschichte, in der man dem Idealismus der Mutter auf den Grund geht; wäre eine neue Geschichte.
Was mich anbelangt, ich habe die Wende verdacht, mit dem Verdacht,
dass wir auf die nächsten Schwierigkeiten zurollen.
Für mich war die Trennung zwischen Ost und West so oder so noch nie so absolut.
Von daher war für mich die Wende nur eine äußerliche Sache.
Realistisch zu sein heißt, über die Grenzen hinaus denken.
Ich musste mich also nicht so sehr von den gedanklichen Grenzen der DDR befreien.
Anastasia
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 | Bernard à Sandra am 05.05.04 um 09:21 Uhr |
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Bonjour Sandra.
Juste une courte réponse.
Je donnerai plus de détails entre midi et 14 h.
Ce forum est le seul que je fréquente, parce qu'il a été créé, non seulement pour recueillir les avis sur le film, mais également pour évoquer une société que nous avons ignorée, voire méprisée pendant 40 ans, celle des citoyens de la RDA.
Depuis l'ouverture du mur, il y a moins de 15 ans, on essaye de nous faire croire que l'Allemagne est unifiée.
Administrativement, oui.
Politiquement, non, et socialement deux fois non.
Pour ceux qui se sont donnés la peine de s'intéresser à ce pays et à ses habitants, ce que n'ont pas vraiment fait les citoyens de la RFA car le mur était bien pratique pour bien des raisons, il existait et existe toujours une autre Allemagne.
Être allemand, parler allemand, avoir une culture allemande n'a jamais été réservé aux gens de l'ouest.
Je l'ai découvert avec bonheur et depuis j'entretiens des liens d'amitié avec plusieurs familles du centre de l'Allemagne, en Thuringe.
Quant à mon age, je l'ai donné dans une précédente intervention.
Auf bald.
Bernard
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