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 | Eike (weiblich), überzeugter Ossi am 19.02.03 um 23:10 Uhr |
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Liebes Film-Team,
dieser Film war einer der besten, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Die Monologe des Hauptdarstellers D. Brühl durch den ganzen Film hindurch sind superspitzenklasse und regen sehr zum Lachen an. Ich bin in der DDR aufgewachsen und bin noch heute, soviele Jahre nach der "Adoption" durch den Westen, sehr traurig darüber, daß es mein Heimatland so nicht mehr gibt. Ich habe es nie verstanden, wie Menschen auf die Straße gehen konnten und gegen einen Staat demonstriert haben, dem sie alles zu verdanken hatten und der ihnen ein sorgenfreies Leben ermöglicht hat. Ich hasse alle zutiefst, die dafür gesorgt haben, daß es mein altes Leben nicht mehr gibt. Mir ging es in der DDR wesentlich besser als in der jetzigen Gesellschaft und auch wenn ich nie ein SED-Mitglied gewesen bin, so war und bin ich ein überzeugter Sozialist/Kommunist. Die am Ende des Films für die Mutter inszenierte Maueröffnung, hätte ich mir, wenn überhaupt, genauso gewünscht (das die Wessis ihrem System den Rücken kehren und in die DDR wollen). Nichts, aber auch gar nichts, war an diesem Staat und seiner Politik falsch. Und wer kritisiert, daß man sich in der DDR ja so sehr unterordnen mußte und es keine Meinungsfreiheit und Demokratie gab, der hat bisher NICHT WIRKLICH im Kapitalismus gelebt und gearbeitet. In unserer jetzigen Gesellschaft muß man erst recht die Klappe halten, sich unterordnen und immer lächeln, egal wie scheiße es einem geht, und ohne Beziehungen ist man "erschossen". All' die vielen Probleme, die ich heute habe, hätte ich zu DDR-Zeiten nicht mal "im Traum" gehabt. Das Leben war so leicht und unbeschwert - für mich das Paradies auf Erden. Es gab keine sozialen Probleme wie Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, hohe Kriminalität, Drogenszene, Mobbing, zunehmende Armut und Drei-Klassen-Gesellschaft. Alle Menschen waren gleichgestellt und gleichberechtigt. Die Liste des Negativen im Kapitalismus ließe sich beliebig fortführen.
Die sozialistischsten Grüße, die man sich vorstellen kann, von einer Ossi-Frau, die ihr altes Leben zurück haben will! |
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 | linea [antwort an egal] am 19.02.03 um 17:19 Uhr |
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hallo egal,irgendwer glaubte du wirst "persönlich", kann ich nicht behaupten. ich finde deine kommentare ganz interessant. übrigens eine meiner wichtigsten ansichten ist-jeder hat seine eigenen erfahrungen damals gesammelt,dem einen gefiel es dem anderen nicht.aber ich gestehe jedem zu seine eigene meinung zu haben. keinesfalls ist für mich jemand blöd, nur weil er es in diesem lande besser fand. was ich nicht gut finde ist lediglich, dass einige heute jammern-ich beziehe sogar einen teil meiner eigenen bekannten mit ein-die damals am lautesten gejammert haben als es die mauer noch gab. heute stellen sie es so da, als wüßten sie davon nichts mehr.
dann gibt es noch die andere seite, dass nicht alle beim "mund aufmachen" so glimpflich weggekommen sind wie du. der staat hätte länger bestehen können, wenn er mehr freiheit gelassen hätte.
ich bin in mecklenburg aufgewachsen,habe eine glückliche kindheit verbracht,was ich aber eher meinen eltern zu verdanken hatte als dem staat,nur gegangen wäre ich niemals,weil mir meine heimat gefiel.leider hat man nicht zugelassen,dass ich einfach nur ehrlich war,z.b.wenn ausländische delegationen kamen habe ich lediglich von nicht "planerfüllung" gesprochen-was ich mit zahlen belegen konnte-halt alles nur lapalien-aber warum sollte ich lügen.na gut hin und her wahrheit war nicht erwünscht und das ist es was ich bemängel. und für die wahrheit wurde man "bestraft",wenn man sie denn zur falschen zeit am falschen ort gesagt hat. was für mich das resultat war sei ganz dahingestellt.
nun mal zu deiner bezeichnung TECHNOTRIENE-die jugend mag das schön finden, aber dazu bin ich ein bischen zu alt-aber das bedaure ich nicht. aber nett das du mich noch in diese altersgruppe eingestuft hast.
da ich arbeite, kann ich das forum auch nicht regelmäßig verfolgen. nur ab und an möchte ich mal sehen was so neues zu lesen ist.
übrigens-bleibe ruhig deiner meinung treu,aber vergesse nie auch andere haben ihre erfahrungen gemacht und toleranz ist eine stärke die nicht jedr hat. bleibe also auch fair gegenüber der meinung anderer.
linea |
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 | Peter [hallo_berlin@freenet.de] am 19.02.03 um 14:57 Uhr |
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Der Film ist Spitze! Auch für einen alten Westberliner.
Aber in Eurer Begriffesammlung fehlt so viel:
HO, "Sie werden plaziert", Fahrerlaubnis, "Blaue Fliese", PA, PL, "UNSERE Deutsche Demokratische Republik, "Bismark", .....
Und einige, die Ihr aufgeführt habt, sind gesamtberlinisch (teilweise veraltet): Nietenhose z.B. habe ich als Kind auch noch verwendet.
Noch ein Tip:
Das Bier zum Film:
www.roter-oktober.de |
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 | Till am 19.02.03 um 13:32 Uhr |
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Hey,
habe noch paar Ergänzungen zu den "Ostbegriffen":
"UTP" - Unterrichtstag in der Produktion, Schulstunde aller zwei Wochen in einem sozialistischen (Groß-)Betrieb,
"DT64" - die Radiosendung wurde als Begleitung anläßlich des ersten Deutschland-Treffens 1964 (der soz. Jugend) eingeführt, kam damals bei den Leuten riesig an, wurde fortgeführt und hat seitdem diesen Namen.
"Spee" und "Mondos" waren DIE Markennamen für Waschmittel und Kondome (nicht nur Synonyme)
"Sozialistische Wartegemeinschaft" - ungeliebte Freizeitbeschäftigung der DDR-Bürger beim Anstehen nach Apfelsinen, Bettwäsche, Tomatenketchup, Silvesterraketen oder ähnlichen Raritäten
"Asche" oder "Fahne" - Umschreibung für den Grundwehrdienst bei der NVA, damals waren es 18 Monate, wer mehr wollte, (wie Offiziersanwärter) durfte 3 Jahre dienen
Grüße |
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 | aurel am 19.02.03 um 11:55 Uhr |
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@rob und @micha
es ist in der tat so, dass das micro auf dem filmmaterial ist, aber in dem bereich, der ausserhalb des zu projezierendem liegt. man muss sich ein filmbild wie ein kleinbilddia vorstellen (wie bei den sterbenslangweiligen dia-shows von nachbarn, die von ihrem angeberurlaub auf den maledieven zurückkommen...). nur, dass beim film ein bereich im grössenverhältnis 1:1,85 zu sehen sein soll - d.h. oben und unten wird etwas "abgeschnitten" - durch eine maske im projektor und dem schwarzen kasch der leinwand. in diesem bereich sind dann z.b micros oder auch kameraschienen etc. zu sehen. der vorführer kann jedoch die lage des bildes im projektor verändern, den sogenannten bildstrich. wenn er da nicht aufpasst, werden teile des bildes auf die leinwand projeziert, die nicht zu sehen sein sollten. wenn der vorführer auf den richtigen bildstand achten würde, wäre alles ok...
grüsse
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