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 | Anduril am 22.02.03 um 23:24 Uhr |
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Hi, auch wenn ich keine Erinnerungen an die DDR preisgeben kann, höchstens, dass ich nach der Wende als kleiner Junge eine Sonnenbrille anstatt eines Mauerstückes kaufte, weil ich mir der Ereignisse nicht bewsußt war, möchte ich eine Frage stellen. Ich komme gerade aus dem Kino und versuche für mich eine Antwort zu finde, ob dieser Film einen tieferen Sinn hat. Welche Intention verfolgte Wolfgang Becker? Sollte der Film nur Unterhaltung sein, was meiner Meinung nach gelungen ist, oder sollte der Film auch nachdenklich machen. Wenn Herr Becker erreichen wollte, dass man sich wieder mit der Geschichte der DDR beschäftigt, hat er es zumindest bei mir geschafft, Interesse und Neugier zu erwecken. Wäre für Antworten dankbar.
MfG Anduril |
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 | Swena&Frank [Krokettenkapitaen@gmx.de] am 22.02.03 um 00:24 Uhr |
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Hallo Leute,
wir sind gerade (vor zwei Stunden) aus dem Film gekommen. Uns war - wie selten zuvor - nach dem Ende zum Klatschen zumute. Ein ergreifender Film, der einfach nicht aufhören sollte. Uns (34/w und 36/m) standen häufiger die Tränen in den Augen, was sonst nicht so häufig vorkommt. Nach rund 21 bzw. 23 Jahren Ost-Erfahrung, dann zehn Jahren West-Erfahrung und nun schon 3 Jahren Wost-Erfahrung (Berlin) konnte man doch einige Dinge wiedererkennen, an die man sich gern erinnerte, aber auch an Szenen, für die man sich schämte. Der Film war im Grunde einfach toll. Wir werden ihn auf jeden Fall noch einmal sehen, obwohl ich (m) bislang jeden Film nur einmal sah.
Hier noch ein paar Richtigstellungen und Ergänzungen zu eurer Liste der Ostbegriffe:
- Die Süßtafel hieß nicht so, sondern Schlagersüßtafel und zeichnete sich durch ihren Preis (EVP: 0,80 Mark) sowie durch den hohen Anteil an Hasel-Nüssen aus.
- Creck - war auch so was ähnliches wie ne Ersatzschokolade, aber ohne Nüsse, aber dafür mit Bildern auf dem inneren Verpackungspapier. Da waren z.B. Fußballer drauf!!!
- Das Hausbuch enthielt nicht nur Eintragungen über die Bewohner eines Hauses, sondern es mussten insbesondere die Besucher angemeldet und eingetragen werden. Vor allem die aus dem Westen. Irgendwann kamen dann mal Leute, die sich dafür interessierten.
- Diese Hausbücher wurden übrigens von den Hausvertrauensleuten geführt. Die wurden aber nicht bestimmt, sondern gewählt, und zwar von der Hausgemeinschaft. Diese wählte auch jährlich eine HGL - Hausgemeinschaftsleitung. Die gabs zumindest in den größeren Häusern, wie z.B. Plattenbauten.
- DLK - Dienstleistungskombinat: Hatte in jeder Stadt Stützpunkte, in der man seine Sachen zum reinigen, reparieren usw. abgeben konnte. In der Regel waren die nach einer Woche wieder da, manchmal auch wieder heil. Meinen Geracord (Kassettenabspielgerät ohne Radio) haben die aber nie in Ordnung gebracht.
- Deli-Laden: Hier gabs m.E. vor allem Ostprodukte, die für den Westen produziert wurden. Der Rest (also der, der nicht in den Westen ging) wurde hier für viel Alu-Mark an den Werktätigen des Arbeiter- und Bauernstaates verkauft.
- Wenn ihr schon ESP erwähnt, dann auch noch das praxisnähere UTP - Unterricht in der technischen Produktion (so hieß das, glaube ich). Das gabs wohl nur in Städten. Meine Angetraute (vom Dorf) hatte das nie!
- Wichtig: Spatensoldaten: Das waren keine Zivildienstleistenden. Das waren Leute, die den Dienst an der Waffe verweigerten. Die wurden trotzdem zur NVA eingezogen und waren dort die "ärmsten Schweine". Handwerkszeug waren Spaten - deswegen auch der Name.
-Genau so wichtig: SU! Damit konnten - nach unserer Übersiedlung, alle Wessis nichts anfangen.
- Neben "Horch und guck" gabs noch "Nimm und teil" - Synonym für einen Teil der "Bewaffneten Organe" - den Zoll.
- Und zu guter letzt: HO (Handelsorganisation)- war größer und wichtiger als Konsum!
Falls ihr noch Fragen habt - EMail-Adresse ist bekannt.
Also: Nehmt euer Herz in beide Hände und macht was draus, passt auf euch auf! (Viele Grüße an Lutz Bertram von DT (Deutschlandtreffen) 64!)
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 | Abkotzen am 22.02.03 um 00:14 Uhr |
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Also, wenn ich hier so einige Kommentare lese, dann müssten doch einige unserer "Hardcore Ostalgiker" doch echt das Kotzen kriegen, wenn sie den Text ihrer eigenen Hymne lesen. Nu ja, kein Wunder das es nicht so "hipp" war den Text zur Hymne zu jodeln!
Schon mal aufgefallen? Der Text der Hymne der DDR passt auf die Melodie der Hymne der BRD. Ebenso der Text der BRD auf die Melodie der DDR.
Zugegeben: Schöne Melodie! Da hat H. Eisler wirklich ganze Arbeit geleistet und ein sehr schönes Stück Musik um den Text von J.R. Becher geschrieben, obwohl er aus der Schule von A. Schönberg kommt...
Dier noch mal der Text zur Erinnerung! Sollten sich vielleicht ein paar Leute ein Beispiel dran nehmen!
Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt,
laßt uns Dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint,
denn es muß uns doch gelingen, daß die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.
Glück und Friede sei beschieden Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden, reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen, schlagen wir des Volkes Feind.
Laßt das Licht des Friedens scheinen, daß nie eine Mutter mehr
ihren Sohn beweint, ihren Sohn beweint.
Laßt uns pflügen, laßt uns bauen, lernt und schafft wie nie zuvor,
und der eignen Kraft vertrauend steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben unsres Volks in dir vereint,
wirst du Deutschlands neues Leben. Und die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint, über Deutschland scheint. |
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 | bernd am 21.02.03 um 16:26 Uhr |
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Thema Ostbegriffe:
Das Wehrlager wird von Euch wie eine freiwillige Veranstaltung im Ferienlagerformat beschrieben. Tatsächlich war es eine vormilitärische (Pflicht)-Ausbildung im Rahmen der Zivilverteidigung der DDR und alle männlichen Schüler in der 9. Klasse mussten dieses Wehrlager absolvieren. Für manchen war das kein Spaß. Ich fand es allerdings ganz lustig.
Zum Film:
Kompliment zu Euerm Film!! Hat mir sehr gut gefallen und mich tief bewegt. Man vergisst in 13 Jahren aber auch ne Menge.
Der Film regt auch zum Nachdenken an, denn auch wenn wir in der DDR auf vieles verzichten mussten, eingesperrt waren und keine Meinungsfreiheit hatten, gab es viele Dinge, die wir uns auch in der heutigen Zeit bewahren sollten - die zwischenmenschlichen Beziehungen, das Zusammengehörigkeitsgefühl oder sich an Sachen zu freuen, die man mit Geld nicht kaufen kann.
Ihr habt da zu diesem Thema ein paar sehr schöne Sätze im Film eingebaut. Sicherlich darf man nie vergessen, was das System den Menschen Jahre lang angetan hat, man sollte aber auch die guten Seiten der DDR und die schönen Erinnerungen nicht vergessen. Dass im Westen nicht "ALLES" besser ist, hat wahrscheinlich schon jeder verstanden. Die Welt ist aber nicht nur schwarz und weiß sondern dazwischen gibt es viele bunte Farben, heute im Gesamtdeutschland, wie damals in der DDR.
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