 |
 | Bernd [bernd.preuss@freenet.de] am 27.02.03 um 00:18 Uhr |
 |
 |
 |  |
 |
 |
Hallo,
ich bin zwar ein Wessi, habe mich aber schon während der Wendezeit für den Osten interessiert und war auch schon öfter mal da (Berlin, Rostock, Schwerin, Magdeburg, Erfurt, Halle). Ich werde mir den Film auch ansehen, und bestimmt auch auf DVD holen.
So, jetzt zu meinem Anliegen (klingt schon ziemlich "ostalgisch" :-) ): Ich vermisse unter den "Ostbegriffen" das Wort "Jahresendzeit-Flügelfigur", was, so wie ich gehört habe, Engelfiguren an Weihnachtsbäumen bezeichnet haben sollte. Sollte das so stimmen, wäre es gut, wenn ihr den Begriff noch hinzunehmt.
Liebe Grüße
Bernd |
 |
 |
 |
|
 |
 | johannes [johannes.park@mail.de] am 26.02.03 um 23:07 Uhr |
 |
 |
 |  |
 |
 |
Hallo,
heute Abend habe ich mir den Film mit Freunden angesehen, und ich muss sagen, dass ich mich lange nicht mehr so sehr im Kino amüsiert habe. Es ist die perfekte Mischung aus Drama und Komödie. Die melancholische Musik, die zeitweise an "Das Piano" erinnert, gibt den ohnehin schon beeindruckenden Bildern noch den Rest.
Schöne Geschichte, zeitlos schön umgesetzt!
Und Hannes, zu Dir kann ich nur sagen, halte Dich in Zukunft von Kinos fern, denn mit Deiner Einstellung und Deinem Hintergrundwissen solltest Du das Geld lieber in ein paar Geschichtsbücher investieren.
Gruß, Johannes. |
 |
 |
 |
|
 |
 | Soeren [vary@gmx.net] am 25.02.03 um 23:48 Uhr |
 |
 |
 |  |
 |
 |
Ich habe heute Abend den Film in einem , bis auf den letzten Platz gefüllten Kino gesehen und das im "Westen" *lach* Ich war mir bis zur entscheidenden Kinokarte nicht sicher, ob ich mir den Film wirklich ansehen will, zum einen, weil mich die Beschreibung der Story nicht wirklich ansprach, solch ein Format hab ich doch schon zu oft gesehen und wollte nicht mit einer "wenn auch so tollen" Kopie leben. Zum anderen mochte ich auch keine "Komödie" über die hach so lustigen, dummen, kleinen DDR-Bürger sehen, die sich ihren Alttag mit Jungpionieren und Fahnenapells versüßten. Meine Vorurteile hatten sich dann dennoch schnell gelegt, wofür ich den Filmemachern, sowie die zum Teil grandiosen Schauspielern danken möchte. Ich weiß dennoch nicht genau, ob ich diesen Film nun als Komödie werten soll oder nicht. Ich war meist traurig und betroffen, auch von den Reaktionen des Publikums, die manchmal, den von vielleicht auch nur von mir intepretierten. Hintergrund der Story nicht verstanden. Bewegt hat mich die Tatsache, dass die Szenen, während der "niedergeprügelten Aufstände", unweit der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag, von einer beängstigenden Stille im Kinosaal begleitet wurden. Hat da doch jemand verstanden, dass die "Bürger der DDR" für, zuallerst, ihre Freiheit und nicht für Coca-Cola und Bananen gekämpft haben?! Diese Bilder, wenn auch meiner Meinung nach zu kurz, haben mich in die Zeit zurückversetzt und meine Emotionen hoch kochen lassen. Ja, kann man es denn verstehen, dass eine Mutter, die an IHR Land glaubt, es verbessern will, plötzlich damit konfrontiert wird, dass selbige Menschen ihren eigenen Sohn von der Strasse in die Haft zerren, weil er für eine bessere Zukunft in SEINEM Land auf die Strasse geht?! Nun ja, dann war es wohl doch besser als eine Komodie oder?! Ich möchte nicht weiter einen Streit zwischen Ost und West fördern und glaube auch nicht, dass sich dadurch etwas ändern wird, dennoch bin ich der Meinung, dass jene, die schallend lachen, wenn von Verbesserung der Lebensqualität, fernab vom Konsumterror gesrochen wird, sich diesen Film noch einmal in aller Ruhe ansehen sollten ;-) Komischer finde ich im nachhinein, die Downloads der O-Töne bekannter Genossen auf der Website... Abschließend kann ich wohl sagen, dass ich "Good Bye Lenin" als gelungen, nachdenklich, wenn auch zeitweilen komisch empfehlen kann :-) |
 |
 |
 |
|
 |
 | naendlich am 25.02.03 um 22:41 Uhr |
 |
 |
 |  |
 |
 |
@ Zoellner
Tja, was ist ein Wessi? Ich denke so was ähnliches wie ein Ossi...., denn im Balzverhalten und in der Brutpflege sind sie gleich und sie kommen beide zahnlos zur Welt. Lebt der Wessi vielleicht westlich der Oder und ist eher für die Robusthaltung geeignet, als der Ossi, weil er genügsamer ist und auch in schlechten Zeiten noch genügend Nistmaterial findet und kleine, putzige Autos fahren kann weil er weiß, dass man da den Benzinhahn aufdrehn muss?
Verschieben sich hier grad die Perspektiven? Wie sagte noch mein geschätzter VWL-Prof.: Leute, denkt dran, die Erde ist eine Kugel, wenn ihr zu weit nach Osten (oder Westen) geht, kommt ihr aus dem Westen (oder Osten) wieder... wo er Recht hat hat er Recht. Alles eine Frage der Sichtweise. |
 |
 |
 |
|
 |
 | Geradine [hoefer82@gmx.de] am 25.02.03 um 13:51 Uhr |
 |
 |
 |  |
 |
 |
@ naendlich. ich mein, ich kann dich verstehen, aber dein beitrag ist schon etwas heftig gar shcon unhöflich, unverschämt und beleidigend. Du bist so ein kleines Arschloch, dass die mauer wieder haben will.... Unglaubloch. da kann ich echt nur noch den Kopf schütteln...
Und jetzt mal zum Film... ich war vorgestern drin, fand ihn echt grandios. Ich komme selber aus dem osten, bin mit 7 Jahren genau einen Monast vor dem mauerfall rüber gekommen. wer das Buch "Zonenkinder" kennt, der weiß wie ich mich fühle. ich habe dort drüben, in diesem anderen land, dass es heute nicht mehr gibt, meine Kindheit verbracht, erlebt und geliebt. ich kannte es ja nicht anders. natürlich bin ich im nachhinein glücklich, "rüber" gekommen zu sein, denn das was mir jetzt alles offen steht, wäre mir da drüben nicht möglich gewesen, auch nicht nach dem mauerfall! Aber meine Kindheit ist genauso wie die mauer und dieses andere Land weg. Einfach weg. meine Erinnerungen habe ich noch, aber wenn ich nun rüber fahre, meine Familie besuchen, und alles wiedersehe wie es jetzt ist, dann ist nichts mehr so wie es war. gab es meine Kindheit überhaupt? lest Zonenkinder! Klasse!
Geradine |
 |
 |
 |
|
 |
 | naendlich am 25.02.03 um 12:00 Uhr |
 |
 |
 |  |
 |
 |
Jawohl! Wessis macht euch gerade! Da wird seitenweise über arrogante Wessis geschimpft, die haben keine Ahnung und was nich noch alles. Aber mal ehrlich - wer braucht den Ossi? (außer der Ossi) Leute, wir haben auch ohne euch gut gelebt und das schon seit 40 Jahren. Was hat uns (bitteschön die normalen Leute, nicht die Konzerne) denn die Wende gebracht: Den Solidaritätszuschlag, höhere Steuern (die die großen Firmen wegen der vielen Steuervergünstigungen im Osten nicht gezahlt haben), Opferentschädigungen für Verbrechen die unser Staat nicht begangen hat und jetzt muss Wessi sich auch noch anhören, dass er alles falsch gemacht hat. Meinegüte, wenn es in dem neuen System so gräßlich ist geht doch zurück nach Neufünfland und macht euer eigen Ding. Kauft Spreewaldgurken, Fit, Spee und Halonenkugeln und macht alles so wie früher - die Freiheit habt ihr. Und keiner wirds merken.
Soo, das tat gut. Ich hör' schon den Aufschrei - empöööööhrend, diese Einstellung. Klar, wenn man's mit gleicher Münze zurückkriegt...Der Wunschwessi darf zahlen, um die Wirtschaft zu sanieren, die 40 Jahre Planwirtschaft vernichtet hat - sollte aber dann bitteschön den Mund halten und nach getaner Arbeit wieder verschwinden.
Entschuldigung, wir sind immernoch hier, seit 10 Jahren. Und wir sind gerne hier, wir haben ganz ganz liebe Nachbarn mit denen wir unsere unterschiedlichen Erfahrungen austauschen und über viele Dinge herzhaft lachen können. Wir wollen auch nicht wieder zurück nach Niedersachsen. Und so brutal, wie es sich anhört, ist meine Einstellung auch nicht. Nur ich habe es einfach satt, dass keiner (stimmt natürlich nicht, viele tun es) von den armen, gebeutelten Ossis mal über den Tellerrand schaut und sich fragt, wie es "denen" eigentlich zumute ist. Aufgeweckt aus ihrem Wohlstandsschlaf, nichts
Böses ahnend von allen Seiten angezickt zu werden.
|
 |
 |
 |
|
 |
 | nochnwessi am 25.02.03 um 10:37 Uhr |
 |
 |
 |  |
 |
 |
Ich hab mir eben auch mal die alten Beiträge durchgelesen. Mir scheint, die stammen hauptsächlich von Ossis mit guten und Ossis mit schlechten Erfahrungen. Die Wessis halten sich vornehm zurück - wo bitte bleibt da die Westalgie?
War es nicht schön, als wir noch wer waren? Als die Ostverwandschaft uns wie Fürsten hofiert haben, weil wir Jacobs-Kaffee und Milkaschokolade mitgebracht haben? Ach war das schön. Oder das erhebende Gefühl, wenn wir den armen Ostdeutschen die Reste unseres Zwangsumtauschgeldes überließen, denn was sollten wir damit? Kaufen konnte man nichts (außer Essen und das war spottbillig) und mit zurücknehmen durfte man es nicht. (Es an der Grenze vor den Augen der Grenzer zu verbrennen war auch keine Gute Idee - musste man dann doch zusehen, wie man sein Auto hinterher wieder zusammengebaut kriegte) Ach das waren Zeiten!
Also ehrlich - wie kann ich stolz auf etwas sein, was ich nicht selbst erreicht habe? Es ist nicht mein Verdienst, wo ich gebohren bin, und das gilt für Ossis und Wessis. Unsere Eltern können Stolz darauf sein, dass sie nach dem Krieg dieses Land wieder aufgebaut haben und wir sollten stolz darauf sein, dass unsere Generation es wieder ganzgemacht hat.
Grauslich dieses Ost-West-Geschwätz. |
 |
 |
 |
|
|
 |