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 | anke [ellibaerchenfant@aol.com] am 03.03.03 um 21:36 Uhr |
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hey ho. hab gestren den film gsehn, war begeistert, hab mich gefreut, weil ich trotzdem ich nur drei jahre der ddr erlebt habe, immernoch einige dinge gut wiedererkennen konnte.
ich schreibe eine filmkritik bzw. -vorstellung und habe ien 8für mich wichtige) farge:
meine mama sagte, der kaffee, der in dem film vorkommt, das war der einzige gemahlene den es zu "ost-zeiten" gab und der hat wohl 10mark gekostet. und meine frage: wie hies er???
ich hab vergessen ihn mir aufzuschreiben. weiß es ncoh ejmadn? braune cellophantüte, glänzend, 125g, irgendwas mit "M", danach noch ein wort und dann "gold".
danke für die hilfe im voraus!!!
gruß,
anke |
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 | Martin am 03.03.03 um 20:02 Uhr |
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Bei den Begriffen fehlt die gute alte Boulette, mit der ich im Westen bei Kochlöffel auf ungläubige Blicke stieß. Als ich dazu auch noch einen Juice (Dschuhß) wollte, hielt man mich für blöd. Boulette ist ein Klops oder auch Frikadelle (das war bei uns Fischklops) und Juice kommt von französisch juic und heißt Saft. Statt dem Sofa gab es eine Couch, die Geldbörse war ein Portomonaie, die Ware landete im Cellophanbeutel, wo auch schon Fit drin war und Sofix. Es gab offenbar nur Fit, Sofix, ATA und Spee, jedenfalls fallen mir keine anderen Marken mehr ein. Von dem Geld, was wir bei der SERO für Altstoffe bekamen, konnten wir uns dann ne Frösi und unserem kleinen Bruder ne Bummi oder ne ABC-Zeitung kaufen. Stabü und Heimatkunde sind auch noch ganz typische Schulbegriffe. Es gab noch die Fächer Werken und PSA und es gab FDGB-Heime und GST. Mehr fällt mir momentan nicht ein. |
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 | Sternbeobachter am 03.03.03 um 16:20 Uhr |
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Ein sehr guter Film. Ich hab gelacht, geheult:) und nach dem Film viel nachgedacht. Er hat mich an meine Kindheit erinnert: "Pionierzeit, soz. Lieder, Frohlichkeit, "Genossen" usw. :)))
Doch man muss nicht vergessen, dass es auch "Schattenseite" gab: die soz-en Länder waren totalit. Staaten, wo die andersdenkende unterdrückt wurden. Wo die Meinungsfreiheit nicht gab und der Alltag ziemlich trostlos war.
Aber wenn ich mir die viele Jugendlichen von heute anschaue, verstehe ich, dass in meiner sozialistischen Kindheit doch nicht alles schlecht war...
Entgeltlose Hilfsbereitschaft, viele Bücher (statt Comp.spiele). Das Geld war nicht DAS Wichtigste und die Freundschaft stand immer an erster Stelle.
Na ja, das Leben ist ziemlich komplizierte Sache:))))) |
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 | Martin am 03.03.03 um 00:27 Uhr |
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Also erstmal bin ich beruhigt hier zu lesen, dass nicht nur ich mit 24 Jahren geheult habe während meine Partnerin mich fragte, was es denn da zu heulen gibt. Es ist nicht nur ein Film, es ist ein Erlebnis, eine Zeitreise in die Vergangenheit, die wir hinter uns dachten und doch immer wieder in traurigen Momenten und schweren Situationen zurück ersehnen. Es war so echt, dass man glaubte, wirklich da zu sein. Es rüttelte Erinnerungen wach an Nachbarn, Freunde und Verwandte, die auf einmal weg waren und die man gern wiedersehen möchte, an Schicksale, die es wirklich gegeben hat. Aber es lässt einem auch die selbe Gänsehaut erleben wie damals, als sich Menschen eines Jahrzente lang getrennten Volkes Freude sprühend in den Armen lagen. Diese Lüge war mein sehnlichster Wunsch damals. Die Worte Jähns waren Schukd an den Tränen. Das Eingeständnis, dass unser Land nicht perfekt war aber dass man in ihm leben konnte (wenn man sich an gewisse Linien hielt). Es ist eine Mischung aus Komödie, Satire, Tragödie, Doku und (N)ostalgie. Eine wirklich gelungene Mischung, die so lecker ist wie Spreewälder Gurken. Offenbar muss man nicht mal ein "Ossi" sein oder die Wende miterlebt haben, um sich bei diesem Film nicht zu langweilen, wie ich hier gelesen habe. |
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