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 | Gernulf am 05.03.03 um 23:12 Uhr |
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Als ich diesen Film sah,hatte ich ,eigentlich erstmals bei
einem bundesdeutschen Film,richtig das Gefühl,dass
hier keine Klischees über das Leben in der DDR bedient
werden,sondern die Schöpfer des Films doch recht genau
hingeschaut haben,mit welchem Lebensgefühl man so zu
"Wendezeiten" durchs Leben gegangen ist.
Die Gags waren wirklich lustig,nicht
klamottenhaft.
Aber in Grunde überwogen ja nachdenklich machende
Szenen.
Wie zum Beispiel die kranke Frau langsam
herauslässt,dass ihr Mann mit ihrem Wissen weggegangen
ist und zumindest teilweise mit ihrem Einverständnis.
Wie allmählich herüberkommt,dass ihr
Muster-DDR-Bürgerdasein ein Stück Wirklichkeitsflucht ist.
Wie in vielen Menschen der Wunsch nach einer
nichtbürokratischen DDR steckt.
.............................. ...
Da werden doch schon typische Fassaden zum Einsturz gebracht!
Also ein künstlerisch,eigentlich auch inhaltlich wertvoller
Film.
Eher daneben,im dem Sinne ,das es platte gegenwartsbezogene
Politpropaganda ist,find ich aber den Titel.
Denn wenn ich Lenins Gesellschaftsanalysen heut
lese,hab ich oft das Gefühl,dass sie recht aktuell sind,
nicht aber den Eindruck,dass man dazu nur "Good Bye"
sagen sollte.
Recht nachdenklich hab ich das Kino verlassen.
Ich denke und hoffe,es ging und geht vielen so. |
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 | Joe Dassin [kater.schnurr.66@gmx.de] am 05.03.03 um 19:53 Uhr |
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@nobodystear,
am 7. Oktober '89 wurden die Leute in Berlin - und nicht nur dort, auch in anderen Städten - sehr wohl verprügelt und "zugeführt", soll heißen: verhaftet, auf LKW's verfrachtet und auch in dieser Art und Weise in der Haft behandelt.
Ansonsten muss ich auch zugeben, dass ich mir während der Filmvorführung mehrere Male deutlich in die Zunge beißen musste, um nicht hemmungslos loszuflennen. Woran mag das liegen? Darüber grübel ich seitdem, denn reine Ostalgie kann es nicht sein; ich kann nicht behaupten, dass ich die DDR als solche sonderlich vermisse. Wahrscheinlich ist es doch einfach die Erinnerung an eine heute als schön empfundene Zeit, weil man eben jung war, einiges erlebt und viele Menschen intensiv kennengelernt hat. |
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 | Jürgen [jrwbodt@gmx.de] am 05.03.03 um 01:04 Uhr |
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Ich kann nur der einen Meinung zustimmen, das ich selten einen Trailer gesehen habe, der eine so falsche Meinung von dem Film verbreitet. Als ich bei Herr der Ringe diesen Trailer sah - dachte ich - so ein Mist!
Heute war ich in einem großen Potsdamer Kino bis zum letzten Platz ausverkauft und war zum Schluß tief gerührt! Ich habe selten einen deutschen Film gesehen, der so wunderbar die Gratwanderung zwischen Komödie und Tragödie bestanden hat, wie ich sie bei den besten Hollywood Filmen gewohnt bin!
Als aktiver DDR-Bewohner kann ich alles in dem Film sehr gut nachvollziehen und kann nur staunen wie ein westdeutscher Regisseur und ein westdeutscher Schauspieler diese Mentalität so wunderbar glaubhaft wiedergeben konnte. Als jemand, der viele Jahre seines Lebens damit zubrachte seine kranke Mutter zu pflegen, kann ich mich 100%ig in die Sicht- und Handlungsweise des Sohnes hinein versetzen! Wie auch schon oft geschrieben sind es besonders die vielen liebevollen Details, die den Film so wunderbar machen.
Ich habe auch selten erlebt, daß ein Kino nach Ende des Filmes und während des langen Abspannes so ruhig und fast ehrfurchtsvoll war. Es ist eine wunderbare Leistung und ich kann nur wünschen, daß sich viele Menschen aller Altersgruppen und Landesteile den Film ansehen! Hoffentlich kann er im ablesbaren Erfolg auch an den Manitu herankommen, damit man sieht, daß die Deutschen auch Qualität lieben! |
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 | johnny [frank.abagnale@firemail.de] am 04.03.03 um 21:50 Uhr |
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hallo und guten tag,
Double Data Rate (DDR) war immer die doppelte Daten-übertragugsrate in der welt des internets.
Die (DDR) von wolfgang amadeus becker, scheint mir seit heute nachmittag der wohl brillianteste geschichts-fake der filmwelt, außerhalb von SciFi und etwas mit kubricks hilfe.
Dumm...Doof...Rettungslos ist dagegen ein phantasieloses, abgestorbenes akronym der ost-zone, wie etwa auch
Saarländisch Emigrierter Dachdecker (SED).
Vielleicht erstickt ja margot honecker an ihrem erdbeer-
jogurt in chiele, wenn sie
dieses "goodbye..." sieht, hört
oder ließt. Vielleicht fährt sie sogar in die grube und erzählt dann dort in der hölle
den anderen genossen von dieser
unverschämtheit.
Goodbye, Lenin ist bald ein geflügeltes wort, meinen dank an die beflügelten schau-spieler-innen.
übrigens ist südkorea, nach hollywood natürlich, das interessanteste land für einen auslansverkauf. Dort gibt es ein fenster für deutsche filme und ein seltsames nachbarland.
johnny |
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 | Stephan [h0444p32@student.hu-berlin.de] am 04.03.03 um 19:02 Uhr |
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danke für diesen wunderbaren film, der mich tief bewegt hat! nur frage ich mich: hat ihn überhaupt jemand verstanden? der trailer verspricht eine komödie. zu lachen gibt es nichts. allenfalls ein leiser humor, der unaufdringlich als gegenpol zur sentimentalität wirkt. wahrscheinlich hätte sich auch niemand den film angesehen, würde die werbung nicht etwas anderes versprechen, denn der film hat viel zu viel tiefgang, als daß er für unser größtenteils hollywoodverblödetes publikum geeignet wäre. letztenendes geht es den meisten doch nur um die "ostalgie" a la "sonnenallee" (haha, so einen schrank hatte ich auch, haha, wie lustig) und darum, daß man nach dem film sagen kann "früher war alles besser". war es aber nicht. mir hat es sehr gefallen, daß die fehler beider deutscher regime aufgezeigt wurden (unterdrückung vs. konsumterror) und keine eindeutige politische aussage, was nun besser ist, festzustellen war. ich kann als "wessi", der beim fall der mauer gerade mal 12 jahre alt war, nicht sagen, wie die ddr wirklich war. und das ist doch auch gar nicht wichtig in diesem film, denn das ist meiner meinung nach nicht die zentrale aussage, daß uns die produkte von damals vorgestellt werden. geht darum, daß sich die menschen belügen. alle belügen sich - und letztlich belügen sie sich sogar selbst. die einen kreieren eine scheinwelt, die anderen leben sie. "good bye, lenin" zeigt gefühlvoll die schwächen der menschen, ihre illusionen und träume. ich hoffe, nicht nur mir ist das aufgefallen. |
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