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 | katja [modl1a@yahoo.de] am 08.04.03 um 09:52 Uhr |
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guten morgen genossen!
high folks!
der neue film von wolfgang becker ist m.M. nach ein wirkl. gelungenes werk (und um längen besser als "das leben ist eine baustelle"). schafft er doch eine nahtlose, unaufdringliche verbindung zwischen einen "politischen film" (von denen es ja nicht gerade viele gibt)und einer art komischem melodram.
aus gehend von den trailern vermutete ich eine klass. deutsche kömödie - und war angenehm überrascht, wie "vielschichtig"/i.s.v. mehr tiefgang dieseer film bietet (im gegensatz zu der frühen doris dörre, söhnke wortmann und konsorten). hier wurde sich des themas "DDR"/widervereinigung/neues deutschland blabla auf eine sehr sensible, einfühlende art angenommen, ohne zu sehr in sentimentalitäten abzudriften!
interessant auch der gewählte blickwinkel eines jugendlichen aus der ddr, der durch seine russische freundin noch untermauert wurde. an dieser stelle gleich ein großes lob an alle darsteller, die bis in die nebenrollen hinein passend besetzt waren und zu überzeugen wußten.
aber die beste schauspielkunst ist nichts ohne ein gutes drehbuch - und diese hier von lichtenberg (und w.becker als coautor) ist ein gutes.
ausgezeichnet durch viele nette kleine einfälle - als beispiel sei hier nur der einfall erwähnt, dass ein privatfest stattfindet, wenn der sohn nach jahren zum ersten mal seinen vater im westen aufsucht - getoppt noch von der inszenierung der beiden familien vor dem "sandmännchen" - brilliant.
hier wird leise - und hauptsächlich über BILDER - das bekannte drama eines vaters zweier familien bzw. eines als kind verlassenen sohnes unaufdringlich, fast wie nebenbei, erzählt - DAS KANN KINO!!!
doch neben der "menschlichen seite" möchte ich die "politische" hier nicht außer acht lassen: "good-bye lenin"
leistet einen wichtigen beitrag zur etwas abgenudelten diskussion über unsere sich im 13.jahr befindliche "neue republik", die sich wohl nicht nur ich mit ein wenig mehr ddr-elementen (u.z. den im kern wirklich sozialistiscvhen, nicht den "real-existierenden"...)gewünscht hätten...nunja, wie dem auch sei, dazu wird sich jeder seine eigenen gedanken machen, zu denen dieser film mit anregt.
in diesem sinne
für ein besseres deutschland --> für eine bessere welt!!!
katja modlmeier,
pianorama pictures
berlin - münchen
p.s. take a look at the funny side of life: www.filmoffensive.de
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 | Andreas [team693@web.de] am 07.04.03 um 19:30 Uhr |
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hallo und guten abend,
ich komme aus der bayerischen Provinz und habe gestern mit ungefähr 20 anderen Mitmenschen in einem Kino auf einem Dorf, wo die Zeit glaub ich vor 40 Jahren zum Stehen gekommen ist den Film gesehen. Als "Polizeiruffan" und aufmerksamer Beobachter der Wiedervereinigung habe ich mich gestern sehr auf den Film gefreut und wurde hinlänglichst befriedigt. Man sieht an diesem Film, daß es viele deutsche Geschichten gibt, die es wert sind verfilmt zu werden. Es ist einfach zu schade, den deutschen Schauspielern nur Komödien und Lifestylegeschichten zukommen zu lassen. Zu meiner Beschämung muß ich zugeben, daß ich erst 2 x in den neuen Bundesländern war, also wahrscheinlich nicht den Gesamteindruck habe, der vielleicht über die DDR-Nostalgie hinausgeht und nötig wäre, aber ich muß sagen um Doren zu widersprechen. Dieser Film trägt mehr zur Widervereinigung bei als sämtliche 3. Oktober oder sonst hochtrabende Reden. Du vermißt die Beleuchtung der Mißstände, aber ich möchte sagen es sollte nicht nur das Recht der Ossis sein, sich zu beschweren und sicher wurde den DDR-Bürgern zuviel kaputtgemacht und weggenommen, worum man heute froh sein müßte aber das waren nicht wir aus dem Westen, sondern nur ein paar, die meinten Geschichte schreiben zu müssen. Mittlerweile geht es uns doch alle ein wenig an den Kragen und das gelobte Leben in unserem Land trifft auf Schwierigkeiten wie ein großer Dampfer der sich in Untiefen verfahren hat. Diese Situation sollte uns aber alle noch mehr einen und nicht als Wirkung einer Ursache, sprich die Wiedervereinigung, angesehen werden. Mit diesem Film haben wir eine große Chance erhalten und sollten wieder einen Schritt aufeinander zu gehen.
In diesem Sinne macht`s gut und vielleicht treffen wir uns wieder auf einer neuen Seite eines Kinofilmes, der unsere Vergangenheit wieder auf solch unterhaltsame Weise wiederspiegelt
Andreas |
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 | DieDani am 06.04.03 um 19:34 Uhr |
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also ein riesengroßes Lob und RESEPKT an die Macher und die Schauspieler. Ich als echte Ösi (nicht Ossi) finde diesen Film total genial. Er hat mich echt wahnsinnig berührt. Natürlich ein ganz großes Lob an Daniel Brühl, der echt ein hammer Schauspieler is und mit Sicherheit noch viele Preise gewinnen wird. Ich hab mir den Film angesehen mit meiner Klasse, als mir in Berlin auf Klassenfahrt waren - zuerst hab ich nur gedacht: "Oh Gott, nein da gehts shcon wieder um die Mauer und die Wende und überhaupt (wir hatten zuvor volles Programm von deutscher Geschichte: stadtrundfahrt - mit Mauerreste, checkpoint charly museum, jüdisches Museum, ...) - aber ich wußte ja, dass daniel brühl der Hauptdarsteller is und hatte auch den trailer irgeendwo in ferner erinnerung, und hab mich erinnert, dass ich diesen film ja eh unbedingt ansehen wollte. tja, die lehrer können auch mal guten geschmack haben - und geschichtsunterricht hattn wir ja auch noch n bissl sozusagen. also ich red hier schon wieder wirre Sachen, was ich einfach sagen will is: "and the oscar goes to....g"good bye lenin" und als bester Hauptdarsteller "Daniel brühl"..." :-)
obwohl eigentlich ist der Oscar für diesen Film ja fast eine Beleidigung...denn "good bye lenin" hat soviel Niveau und Klasse, da können die meisten mit oscarausgezeichneten Filme echt nicht mithalten. |
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 | "Gesinnungs-Ossi2 [chr_hoefer@web.de] am 05.04.03 um 11:11 Uhr |
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Herzlichen Glückwunsch zum (trotz Sonnenallee) bislang besten deutsch-deutschen Nachwende-Film, oder, wie ein amerikanischer Freund mir kürzlich gesagt hat, der" besten Geschichtsstunde" über das vereinte Deutschland - und das obwohl der Film ja reine Science-Fiction ist.
Ich hab mich jedenfalls tierisch darauf gefreut und war dann höchst entzückt, ihn schon Anfang Februar, vor dem offiziellen Start in der SNEAK-Preview in Landstuhl zu sehen, und dann noch einmal 3 Wochen später im Provinzkino Enkenbach - vor ausverkauften Haus,(!!), und das kommt dort nur alle Jubeljahre vor.
Obwohl "waschechter" Wessi ohne jede Zonenverwandtschaft habe ich in den 80er Jahren zusammengerechnet fast ein halbes Jahr in der DDR verbracht, dem Zonen-Staat also locker 5000 Mark Devisen verschafft, was ihn aber auch nicht vor dem verdienten Untergang gerettet hat.
Ich fand das damals alles grauenvoll und desillusionierend, einigen meiner damaligen Freunde hab ich zur Ausreise geraten, noch im Juni 1989 einer jungen Dame sogar "übers Standesamt" dazu verholfen - die war daraufhin so "dankbar, dass sie sich seit 12 Jahren nicht mehr bei mir gemeldet hat; ganz ähnlich der Episode im Film....
Aber komisch - vielleicht weil es eben auch für mich damals die jungen und unbeschwerten Jahre waren, jetzt, wo es die Zone nicht mehr gibt, und ich auch nie dort leben musste, vermisst man sie plötzlich und entdeckt die vermeintlich "guten" Seiten daran -
jedenfalls fahre ich seit der Wende fast jedes Jahr ein oder zweimal "ins Beitrittsgebiet" -in der Woche vor Ostern (13.-21.04.03) z. B. nach Rügen, wo ich seit 1987 nicht mehr war.
Wer kurzfristig Lust und Zeit hat - zum Chatten oder auch Mitfahren und vorzugsweise aus dem südwestdeutschen Raum kommt -noch hätte ich Platz im Auto..
Christoph, Kaiserslautern
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 | Jens [jtr@gmx.com] am 03.04.03 um 14:14 Uhr |
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Vor einigen Wochen schaute ich mir zusammen mit meiner Freundin aus Bayern (ich finde diesen "Ossi- Wessi"- Jagon einfach grauenhaft) den Film an. Als gebürtiger Sachse, der seit 1991 in Bayern lebt, war ich von den vielen guten Szenen im Film gerührt, belustigt, nostalgisch angetan... schlicht: begeistert! Mir fiel auf, dass in dem kleinen bayerischen Kino fast ausschliesslich gemischte Paare so wie wir saßen. Im Ernst... ich fühlte mich glücklich unter ihnen. Und dann dieser Film... Ob Spreewalder Gurken, Rondo, Leninkopf oder Datsche, ich war verliebt in die Detailliebe. Der stolze Blick der Mutter zu ihrem Sohn, als sie hinter ihm im Bett liegend die "Aktuelle Kamera" mit Sigmund Jähn als Staatschef der DDR im Fernsehen anschauten... erst lachte ich, dann konnte ich die Tränen kaum unterdrücken. Auf dem Heimweg vom Kino hatte ich viele Fragen meiner Freundin zu beantworten. Genau deswegen ist der Film einfach perfekt. Er trägt zum gegenseitigen Verständnis bei, er ist lustig, rührend, und, was mich am meisten fasziniert, er regte mich (wie viele andere sicher auch) zum Nachdenken darüber an, was damals wirklich geschah und wie ich es erlebte.
Vielen Dank an die Macher!
Der Film gehört in jede Sammlung! |
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 | Andreas am 02.04.03 um 14:46 Uhr |
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Gestern im Kino gewesen...
Klasse Film, Klasse Schauspieler, besonders Michael Gwisdek (besoffener Ex-Lehrer) und natürlich Kathrin Saß als Mutter in überzeugender Darstellung. Habe selbst 25 Jahre bis 1983 in der DDR gelebt, dann 13 Monate unter staatlicher Aufsicht verbracht (§213,wer ihn kennt...)und nun seit mittlerweile fast 20 Jahre (am 22.Novemer..)die andere Seite beschnuppert. Der "Ossi" braucht sich wirklich nicht ob seiner scheinbar minderen Herkunft zu schämen, es laufen sehr viele Schaumschläger auch in Baden Württemberg herum, wo ich lebe. Mehr Schein als Sein ist die Devise. Wenn Sie über den Ossi meckern, wie undankbar der doch ist!(Wobei ich solchen Leuten natürlich nicht sage, wo ich herkomme, was besondere Situationskomik verspricht:-))Wie erfrischend doch immer wieder die Herzlichkeit, wenn ich ins Land Brandenburg fahre, wo ich herkomme!(Nur mal beim Bäcker -nicht im Supermarkt, sondern wie damals- reinschauen, dann wisst Ihr, was ich meine, von den noch! besseren OST-Brötchen gar nicht zu reden) Ganz anderer, offener Menschenschlag. Verbindlicher und eben herzlicher. Welche Arroganz begegenet mir manchmal hier, wenn ich Leute über die "Ossi´s" reden höre. Manche waren noch nicht mal da!! Es braucht bestimmt noch eine Generation, ehe die Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander Alltag ist...Umso mehr freut es mich, daß der Film auch hier solchen Anklang hat. (werden doch nicht nur alles "WestOssis" reingehen...?
Bei den Ostbegriffen fiel mir spontan der Begriff UTP ein. Wer kennt denn nicht (zumindest die über 35 -Jährigen? den "UNTERRICHTSTAGINDERPRODUKTION". Mein Gott, kann sich niemand mehr an die Kellerschlösser erinnern, die in regelmäßiger Feil-, Bohr- und Nietarbeit unter Aufbringung aber auch aller Lust auf diese Tätigkeit "erstellt" wurden? Oder die Weidezäune, die angeblich ins NSW verkauft wurden. (Wahrscheinlich mußte der Westen dafür herhalten, um die UTP´ler wenigstens etwas zur Arbeit zu motivieren.
Wenn ESP bei Euch drin ist, gehört als kleiner Bruder auch UTP rein, meine ich ...
Andreas |
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