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 | Rob [robert.heesen@t-online.de] am 16.04.03 um 13:44 Uhr |
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Ich hab gestern "Good bye. Lenin!" gesehen und ich muss sagen, dass ich noch nie einen Film oder eine Reportage über die DDR und die Wiedervereinigung gesehen habe wie diesen. Unvoreingenommen, sachlich-kritisch und tolerant wird gezeigt, dass auch Schicksale negativer Art mit der Wende verbunden waren. Tiefsinnig und mit Herz wurde die Spaltung Deutschlands beschrieben, die Charaktere waren typisch, aber eigen. Wie viele Flüchtlinge im Westen ein dickes Leben hatten (personifiziert durch den Vater), wie sehr die Jugend für die Wende mitverantwortlich war (Daniel Brühl) und dass es auch vom Sozialismus überzeugte Menschen gab (Mutter)wird heute oft vergessen. Dass die DDR nostalgisch betrachtet wird, ist eine schlimme Entwicklung, auch wenn ich hier mit einem CCCP T-shirt sitze. Wie verbrecherisch dieses Regime war und wie wenig die Idee des Sozialismus mit den Parteibonzen zu tun hatte, das wird zu oft vergessen.
An diesem Film stimmte vor allen Dingen, dass ein kritischer Umgang mit der Wende gepflegt wird; der Ausverkauf des Ostens und die Perspektivenlosigkeit, die der Westen den Widerständlern, den Helden von damals, bietet.
Kurzum ein super Film, kein abgeschmackter, amerikanischer, patriotischer, oberflächlicher Scheiß, sondern Tiefsinnigkeit und Komik machen diesen Film zum ehrlichsten der Zeit... |
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 | Lars Menzel [nutella-junge@gmx.de] am 16.04.03 um 12:45 Uhr |
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Hallo.
Ich war gestern Abend im Kino und habe GOOD BYE LENIN gesehen.
Ich hatte schon vor Betrachtung des Filmes eine gute Meinung von demselben und ausschließlich nur gute Kritiken gelesen.
Nun habe auch ich den Film gesehen und kann nur sagen:
Es ist ein absolutes Meisterstück, eine Sternstunde der deutschen Filmgeschichte, ja DER beste deutsche Film in diesem Genre, den ich je gesehen habe.
Allerdings muß ich hinzufügen, daß ich den Film ein zweites und auch ein drittes Mal sehen muß (bzw. ansehen WILL), um ihn ganz in mich
"aufzusaugen".
Ich bin der Meinung, daß man bei der ersten Betrachtung lediglich 60-70% sämtlicher Facetten des Filmes mitbekommt bzw. mitbekommen kann.
Ich bin Westdeutscher, kann aber nach Kenntnis von GOOD BYE LENIN ein ganz klein wenig die ostdeutsche Gemütslage in der Wendezeit nachempfinden.
Folglich ist dieser Film ein Pflichtstreifen für alle interessierten Ostdeutschen, nicht viel weniger aber auch für die Westdeutschen.
Allerdings gehe ich mal davon aus, daß viele Ostdeutsche den Film mittlerweile gesehen haben, was sehr schön ist.
Denn GOOD BYE LENIN verdient nicht nur die bisherigen 5 Millionen, sondern was das Niveau und den Anspruch des Filmes betrifft, weit mehr als 10 Millionen oder mehr Zuschauer.
Lars Menzel |
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 | Haus der Geschichte [projektleitung@pflug-ev.de] am 14.04.03 um 15:17 Uhr |
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Hallo, das Haus der Geschichte in Luth. Wittenberg freut sich über "Good Bye, Lenin!" und sieht sich durch die große positive Resonanz auf den Film in gewisser Weise auch in seinen jahrelangen Bemühungen bestätigt, DDR-Alltagskultur in ihrer Vielfalt zu sammeln, zu erforschen und darzustellen. Dadurch konnten seit 1997 bereits Tausende von Besucher/innen - ohne die Mühen von Alex Kerner - DDR-Alltag bis ins Detail in Wohnräumen der 40er bis 80er Jahre nacherleben und den Wiedererkennungseffekt aus "Good Bye, Lenin!" noch einmal verspüren. Wie in diesem Klasse-Film regen auch hier "Konsumgüter aus einer eben erst vergangenen Zeit" zu Erinnerungen an und helfen vielleicht mit, ein Stück eigener Geschichte zu entdecken. Selbst Besucher/innen aus den "alten" Bundesländern bestätigen das immer wieder ganz euphorisch, denn die orange großgeblümten Übergardinen im Bad z.B. gab es nicht nur in der DDR.
Uns hat die Begeisterung über den Film nicht verwundert, denn Ähnliches erleben wir nach fast jedem Besuch in unserem Haus. Deshalb Danke an die Filmemacher, die so sensibel zeigten, dass mit dem Untergang des politischen Systems DDR nicht automatisch das Recht der Menschen, die hier 40 Jahre lebten, auf Erinnerung an ihren Lebens- und Arbeitsalltag untergegangen ist. |
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 | Hans [holger.hinz@freent.de] am 12.04.03 um 22:53 Uhr |
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Ich bin sehr beeindruckt und erfreut von der überwältigenden Zustimmung und Akzeptanz vor allem bei jungen Menschen. Ich habe den längeren Teil meines bisherigen Lebens in der ehem. DDR verbracht und meine, dass dieser Film wie kein anderer vorher in sensibler, überzeugender Weise die Probleme bei der Konfrontation von in der ehemaligen DDR entstandenen Wertekategorien mit der neuen Realität verdeutlicht. En Lob an die Macher dieses Films!
Hier noch ein paar Begriffe aus dem entschwundenen DDR-Alltag für die Sammlung:
ABV, Aktivist,Bonzenschleuder, Jolkafest,Natoplane,Patenbrigade,SML, Sandmännchen-Express,Sperrwert, Subbotnik. |
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