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 | jojo [johanna_rogge@web.de] am 16.08.03 um 15:01 Uhr |
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Hi Leute,
hab Good Bye Lenin! gestern zum dritten Mal gesehen.
Find den Film super klasse, auch wenn ich von der DDR nichts mitbekommen habe. Bin zwar dort geboren, war aber viel zu klein um etwas mitzukriegen.
Was mir aber gestern aufgefallen ist, ist, dass 2-3 Szenen bei den vorigen Vorstellungen, nicht dabei waren, unter anderem gibt Alex Ariane in der ganzen Umräumaktion Klamotten, die sie vor dem Mauerfall anhatte. Darauf fragt sich Ariane, was sie denn früher anhatten. Auch als Alex (Herrn) Klapprad zum Geburtstag von Frau Kerner abholt, sagt er zum Schluss noch in seiner Wohnung, dass ihm schlecht/übel sei. Wie kommt das und gibt es noch mehr unveröffentlichte Szenen???
Herzlichst Jojo |
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 | BEngel [tr-ewireh@gmx.de] am 07.08.03 um 16:06 Uhr |
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Habe heute die ersten zehn Seiten des Forums durchgeblättert, den Film aber noch nicht gesehen - was ich angesichts der vielen positiven Kommentare bedaure.
Zu DDR-Zeiten konnte man sich einfach mal auf Arbeit davonschleichen und vielleicht ins Kino um die Ecke gehen, während die Chefs es sich in der betriebseigenen Sauna gemütlich machten. Ach ja, war das schön! Heute muß ich tagsüber arbeiten und abends bin ich kaputt - Scheiß-Kapitalismus!
Ich hätte als Langzeit-Ossi einiges zu den Kommentaren zu sagen. Viele zeigen, daß man den Film wie einen Gang durchs Museum betrachtet - wie war das doch schön früher - aber gut, daß es nun vorbei ist. Tatsächlich gibt es auch einige , die es wiederhaben wollen oder als erstrebenswertes Ziel vor Augen haben - bezeichnenderweise sind diese sehr jung und/oder meist "von drüben". Auch wenn ich den Film (noch) nicht gesehen habe, stellt sich mir die Frage, welch verheerende Wirkung Parteilehrjahr und sonstige Agit-Prop im Hirn der überzeugten Genossin Mutter gehabt haben, daß ihr Sohn meint, ihr eine derartige Komödie vorspielen zu müssen, um sie vor größeren Schäden zu bewahren.
In den Vorschlägen für's Lexikon tauchen viele Begriffe auf, die es wohl nur landschaftlich abhängig gab und vielen Schreibern ist die Bedeutung nicht klar z.B. Daniel: MMM hatte mit der Leipziger Frühjahrs- bzw. Herbstmesse nahezu nichts zu tun sondern war eine Schau von sog. Neuererleistungen (= Verbesserungsvorschläge von Werktätigen).
"Abkindern" allerdings war bekannt: es bezeichnete die Möglichkeit, den staatlichen Ehekredit in Höhe von 7.000 Ostmark dadurch zu bezahlen, daß man sich drei Kinder anschaffte.
Wenn ich's schaffe, werde ich mir den Film noch ansehen - vor Rührung weinen werde ich dabei nicht, obwohl auch ich in der DDR eine tolle Kindheit hatte - was aber nicht am Sozialismus sondern am Elternhaus lag und daran, daß man zwei Leben lebte und versuchen mußte, in keinem von beiden ernsthaft anzuecken.
Auf Wiederhören wenn ich den Film gesehen habe.
BEngel
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